Weizenwampe

Der heutige Weizen ist leistungsfähig, ertrag-stark und preisgünstig. Mit dem Weizen, der vor 50 oder 100 Jahren angebaut wurde, hat er genetisch nicht viel gemein – von der Wildform des Weizens ganz zu schweigen. Dieser moderne Weizen ist so passend zur unserer schnellen Lebensweise, dass er uns sogar schneller ins Grab bringt als seine natürlichen Vorgänger es je hätten können.

In der westlichen Welt gibt es Probleme, die es in der „unterentwickelten“ Welt nicht gibt. Jahr für Jahr müssen wir z.B.: aufpassen, dass uns die Hemden und Hosen auch in der nächsten Saison noch passen, ansonsten wird es teuer und das – obwohl die Fitnessstudios überall recht gut besucht sind. Wie war das bei unseren Eltern und Großeltern – damals gab es doch keine Personaltrainer, Stretching, Aerobic, Pilates usw.

Warum bekommen wir Bäuche?

Eine interessante Antwort auf diese Fragen hat ein amerikanischer Präventionsmediziner und Kardiologe Dr. William Davis Milwaukee aus Winsconsin – sein Rat „Essen Sie keinen Weizen mehr“. Mit Erstaunen reagieren seine Patienten, denn Weizen ist doch ein Grundnahrungsmittel und weltweit mit 20% aller konsumierten Kalorien wohl das Wichtigste.

Der Urahn des heutigen Weizens war das Einkorn, ein Wildgras mit vierzehn Chromosomen. Durch natürliche Kreuzungen entstand im Laufe der Jahrtausende ein Weichweizen mit 42 Chromosomen und hatte dadurch Gene aus drei verschiedenen Pflanzenarten. Seine Eigenschaften waren recht gut, der Anbau ertragreich und die Verarbeitung wesentlich leichter als es bei den früheren Sorten der Fall war.

41KB7pOa8aL._BO2,204,203,200_PIsitb-sticker-arrow-click,TopRight,35,-76_SX385_SY500_CR,0,0,385,500_SH20_OU03_In den letzten Jahrhunderten, wurde durch Menschenhand der Weizen immer mehr kultiviert bzw. genetisch verändert und so entstanden die heutigen vielen Weizenarten, die den Industrie-Bedürfnissen besser entsprechen als den Bedürfnissen der Menschen. Dank diesem Umstand können wir „stolz“ auf Muffins und Brötchen im XXL Pack verweisen, sowie die 800% Ertragssteigerung z.B.: in China. Die Absichten mögen anfangs ganz gut gewesen sein – gegen den Welthunger – aber das Ergebnis ist alles andere als zufriedenstellend. Man hat sich offenbar nie gefragt, ob diese Hybrid-Weizensorten für Menschen irgendwelche Nebenwirkungen haben könnten.

In der Analyse lässt sich nur eine 95% genetische Übereinstimmung mit den elterlichen Sorten feststellen. Die restlichen 5% sind jedoch einzigartig und stammen nicht von den Ausgangsorten ab. Dabei sind es gerade die Glutenproteine, die einer starken Veränderung unterzogen wurden. Ganz zufällig sind die Glutenunverträglichkeit bzw. Zöliakie wohl die verbreitesten Zivilisationskrankheiten – ein Zusammenhang ist nicht mehr zu übersehen.

Wie entsteht die Weizenwampe?

Moderne Weizenprodukte erhöhen den Blutzucker stärker als alle anderen Kohlenhydrate, sogar stärker als der Haushaltszucker. So hat Weizenvollkornbrot einen glykämischen Index von 72, Weißbrot von 69, ein Snickers-Riegel hingegen bloß von 41, was verrückterweise besser ist als Weizenvollkornbrot.

Der Genuss von Weizen setzt den fatalen Kreislauf Glukose-Insulin-Fettbildung in Gang, denn zur Verarbeitung von Kohlenhydraten bildet der Körper Insulin und hemmt dadurch die Fettverbrennung – damit entsteht das, was Dr. Davis Weizenwampe nennt – Fett an Bauchorganen. Dies fördert entzündliche Prozesse, verursacht anomale Stoffwechselsignale im Körper und bei Männern sogar Brustwachstum. Es gibt noch mehr zum Thema zu sagen aber im Grunde wissen Sie schon was zu tun ist – essen Sie keinen “modernen” Weizen!

Quelle: Zeiten Schrift 76/2013  http://www.zeitenschrift.com/